• vom 13.05.2016, 10:02 Uhr

Bücher aktuell

Update: 13.05.2016, 10:09 Uhr

Sachbuch

Und wieder viel dazugelernt




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Mathias Ziegler

  • Dave Zobel: "Die Wissenschaft hinter 'The Big Bang Theory'" - man muss nicht alles verstehen, aber man kann es.



Seit September 2007 verfolgen Millionen TV-Zuseher Woche für Woche, wie Intelligenz und emotionale Intelligenz aufeinandergeprallt – oder eher auseinandergeklafft – sind, wie sich vier hochintelligente Männer zum Affen gemacht haben, während eine alltagskluge, aber nicht akademisch gebildete Blondine versucht hat, ihrem wissenschaftlichen Geschwafel zu folgen. Wobei: Im Gegensatz zu anderen Serien, in denen (Pseudo-)Wissenschaft zitiert wird, ist in "The Big Bang Theory" alles echte Naturwissenschaft, was an Sheldon Coopers Tafeln steht – auch wenn es für den naiven Laien oft eher nach sinnfrei aneinandergereihten Symbolen aussieht. Doch das Gegenteil ist der Fall. Chuck Lorre und Bill Prady haben für ihre Serie sogar eigens den Teilchen-Astrophysiker David Saltzberg engagiert, der für die Authentizität all dieser Formeln Sorge trug.

Dave Zobel hat nun endlich die dankenswerte Aufgabe übernommen, in seinem neuen Buch zu erklären, was da nun so alles hingekritzelt oder ausgesprochen wurde. Und zumindest ansatzweise verständlich zu machen, was es bedeutet, von Mathematik bis Physik, von Licht bis Elektrizität, von Zwergplaneten bis Genetik. Wobei er es auf den ersten Seiten noch gemütlich angeht – man will ja seine Leser nicht von Anfang an überfordern. Da wird zunächst einmal höhere Mathematik behandelt und dabei eigentlich altes Oberstufen-Schulwissen aufgefrischt. Und weil wir ja am Beginn stehen, wird im Zuge dessen auch die Zeitskala im Vorspann von "The Big Bang Theory" erläutert. Ans Eingemachte gehte s erst später, wenn man sich sozusagen warmgelesen hat – sofern man nicht durch die vielen Fußnoten in Versuchung geführt wird, die Lektüre immer wieder zu unterbrechen, um sich erst einmal die zitierten Folgen wieder auf DVD reinzuziehen.

Vieles wird wirklich simpel erklärt, sozusagen auf Penny-Niveau. Manches hat zwar vielleicht Dave Zodel selbst so irgendwie verstanden, aber als Leser kann man es trotzdem letztlich nur als gegeben hinnehmen. Aber auch das macht eigentlich nichts, weil eben erstens nicht jeder ein Nobelpreisträger mit Caltech-Abschluss sein kann und man zweitens auch so nachher auf jeden Fall viel schlauer ist als vorher. Zumal man nicht nur über die wissenschaftlichen Hintergründe etwas dazugelernt hat, sondern auch über die realen Personen und Institutionen, die für die Serie Pate gestanden sind.

Dave Zobel: Die Wissenschaft hinter "The Big Bang Theory"
Riva Verlag; 400 Seiten; 20,60 Euro





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-05-13 10:08:55
Letzte nderung am 2016-05-13 10:09:46



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Fünf Österreicher auf Longlist
  2. Aus der Feder des "Rehsodomiten": Bambi wird 75
  3. Der Schrecken vom Fließband
Meistkommentiert
  1. Aus der Feder des "Rehsodomiten": Bambi wird 75
  2. Die Zeit,das reißende Tier
  3. Der Schrecken vom Fließband

Werbung




Werbung