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Update: 08.11.2016, 17:27 Uhr

Sachbuch

Zur ewigen Wiederholung verdammt




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Von Wolfgang Taus

  • Forscher beschreiben, wie Katastrophen den Lauf der Evolution bestimmt haben.

Katastrophen wie Meteoriteneinschläge haben den Lauf der Evolution immer wieder maßgeblich mitbestimmt. - © fotolia/James Thew

Katastrophen wie Meteoriteneinschläge haben den Lauf der Evolution immer wieder maßgeblich mitbestimmt. © fotolia/James Thew

Die Evolution des Lebens auf dieser Erde bildet ein Frühwarnsystem. Es sagt uns, dass wir die von Menschen verursachten Emissionen reduzieren müssen. Dagegen lehrt uns die Menschheitsgeschichte, dass wir wahrscheinlich die Warnungen nicht beherzigen und den Schaden nicht rückgängig machen werden, bis die Häufung klimabedingter Todesfälle unter Menschen uns keine andere Wahl mehr lässt. Angesichts eindeutiger historischer Erkenntnisse über Massenaussterben, die durch einen atmosphärischen Kohlendioxidgehalt verursacht wurden, an den wir uns schon in naher Zukunft wieder annähern werden, sollten wir uns bewusst sein: "Wer die Geschichte ignoriert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."

Zu diesem eher ernüchternden Schluss kommen der renommierte Paläontologe und Professor für Biologie, Geo- und Weltraumwissenschaften, Peter Ward und der Geobiologe Joe Kirschvink, in ihrem aufrüttelnden jüngsten Buch. Aufgrund neuer in den letzten Jahrzehnten gewonnener Erkenntnisse auf den Gebieten der Geologie, der Paläontologie, Geo- und Astrobiologie, der Physik, Chemie, Genetik, Zoologie und Botanik, zeichnen die Autoren eine "neue Geschichte des Lebens".

Information

Eine neue Geschichte des Lebens
Wie Katastrophen den Lauf der Evolution bestimmt haben
Peter Ward und Joe Kirschvink
DVA 2016, 544 Seiten
30,90 Euro

Nach Charles Darwin war man bisher davon ausgegangen, dass sich die Veränderungen eher gleichförmig nach und nach vollzogen hätten, jedoch weisen die Autoren nun nach, dass die Entwicklung vor allem durch Katastrophen geprägt worden war. Und dabei sind nicht in erster Linie Meteoriteneinschläge von außen auf die Erde gemeint, sondern atmosphärische klimatische Veränderungen auf unserem Planeten, die immer wieder Lebensformen massenhaft aussterben ließen.

Biologisches Wettrüsten

Die Autoren spüren den langen Weg zu unserer Gegenwart und die weit zurückliegenden Prüfungen, die unsere Urahnen bestehen mussten, nach: Feuer, Eis, die Reißzähne von Raubtieren, drastische Lebensraumveränderungen. Die Geschichte des Lebens lässt sich mit den Kriegen der Menschen vergleichen. Die Entwicklung von Offensivwaffen durch Raubtiere führte bei der Beute umgehend zu koevolutionären Gegenmaßnahmen wie bessere Körperpanzerung, Schnelligkeit etc. - eine Art "biologisches Wettrüsten". Mit jedem CO2-Molekül, das wir Menschen heute in die Atmosphäre pumpen, verschließen wir die Ohren vor den "Frühwarnsirenen", die uns sagen: Ein schneller CO2-Anstieg war das Merkmal, das mindestens zehn Massenaussterben in ferner Vergangenheit mit der heutigen Entwicklung gemeinsam haben.

Und dennoch: Vielleicht nahm das Leben - unsere Art des Lebens - auf dem Mars seinen Anfang. Es hatte die Wahl, den Mars zu verlassen oder zu sterben. Dies könnte sich in weiterer Zukunft in die andere Richtung wiederholen, schließen die Autoren. Leben ist Wandel. Lesenswert.





Schlagwörter

Sachbuch, Evolution, Peter Ward

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-11-08 16:47:05
Letzte nderung am 2016-11-08 17:27:50



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