• vom 27.11.2016, 15:00 Uhr

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Wiener Prinz




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Von Ingeborg Waldinger

  • Antoine de Saint-Exupérys Held in Mundart übersetzt.



Das Wienerische ist eine Form des Mittelbairischen, getönt durch einen bunten Schatz an fremdsprachlichen Einflüssen. Das Jiddische und das Französische, das Tschechische, Italienische oder auch das Ungarische haben das Idiom der einstigen Residenzstadt kräftig mitgeprägt.

Neben seinem kreativen Multi-Kulti-Wortschatz und seinem gedehnt-weichen Sound weist das Wienerische eine Vorliebe für Schwarzhumoriges auf - und für unendliche Spielarten der Ironie. All dies bei perfekter Anpassung an die diversen sozialen Milieus. Das macht die im Alltag rückläufige Sprache seit geraumer Zeit wieder attraktiv für Liedermacher, Autoren und Übersetzer.

Information

Antoine de Saint-Exupéry

Da Klane Prinz

"Der Kleine Prinz" auf Wienerisch. Übertragen von Matthias Georg Jodl. Kral Verlag, Berndorf 2016, 112 Seiten, 14,90 Euro.

Der Wiener Matthias Georg Jodl, Ex-Bundessprecher der Jungen Liberalen Österreichs und Dramaturg (seit 2002 am Rabenhof Theater), hat nun Antoine de Saint-Exupérys Werk "Der Kleine Prinz" mit Akribie ins Wienerische gehievt. Dabei hat er sich für eine Variante entschieden, die - mit Doderer gesprochen - in den "entern Gründ’" zu hören ist. Das ist ein mutiges Unterfangen und wäre grundsätzlich wohl auch mit dem Charme des Originals in Einklang zu bringen. Wäre. Aber dann hätte Jodl den Klanen Prinzn von vulgären Sprachbildern wie etwa "dei gfäudes Lampal" (das obendrein unpassend negativ konnotiert ist) besser verschont.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-11-24 16:44:05
Letzte nderung am 2016-11-24 17:04:38



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