• vom 30.07.2017, 09:30 Uhr

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Exit im Exil




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Von Oliver vom Hove

  • Jürgen Kaiziks Novelle "Musils Mörder".



Die Figur des Mörders Moosbrugger ist eine der nachwirkendsten Gestalten in Robert Musils "Mann ohne Eigenschaften". Seit der Autor seinen Protagonisten Ulrich in den Gerichtssaal schickte, wo der Lustmörder sein Todesurteil zum Erstaunen aller Anwesenden mit offen zur Schau gestellter Genugtuung entgegennahm, erheischte die der Wirklichkeit entnommene Figur einen beträchtlichen Raum im Roman.

Auch den Musil-Kenner Jürgen Kaizik lässt sie nicht los. In der Erzählung "Musils Mörder" verknüpft der Wiener Autor und Regisseur (Jahrgang 1950) das Schicksal des Delinquenten mit jenem des Dichters. Er lässt den Frauenmörder aus dem Zuchthaus freikommen und führt ihn seinem in die Emigration gezwungenen Schöpfer in Genf zu.

Information

Jürgen Kaizik

Musils Mörder

Novelle. Verlag Braumüller, Wien 2017, 152 Seiten, 18,- Euro.

Im klaren Tonfall einer klassischen Novelle entwickelt Kaizik behutsam das epische Psychogramm eines vom Trieb Getriebenen, der dem Mann, der sein Unwesen erkannt hat, auf den Fersen bleibt, bis zu dessen Exit im Exil.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-07-28 14:51:09
Letzte nderung am 2017-07-28 15:28:39



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