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Update: 24.08.2017, 19:24 Uhr

Jugendbuch

Schon wieder ein Toter




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Von Mathias Ziegler

  • Alan Bradley: "Flavie de Luce 8 - Mord ist nicht das letzte Wort" - die jugendliche Kultermittlerin ist wieder da.



Mit seiner jugendlichen Detektivin Flavia de Luce hat der kanadische Autor Alan Bradley eine echte Kultfigur geschaffen. Schon sein Debüt "Mord im Gurkenbeet" wurde seinerzeit mit dem Dagger Award, dem renommiertesten Krimipreis der Welt, ausgezeichnet - undd as auf Basis eines einzigen Kapitels. Inzwischen hält Flavia de Luce in der deutschen Übersetzung bei Band 8 - und schon wieder gibt es einen Toten. Diesmal findet sie den Holzbildhauer Mr. Sambridge in dessen abgelegener Hütte an der Schlafzimmertür hängend, kopfüber gekreuzigt.

Zugegeben, selbst für 12- bis 16-Jährige (die Zielgruppe von Bradleys Romanen) ist es mitunter etwas starker Tobak, den der gelernte Elektrotechniker, der 1994 mit dem Schreiben begonnen hat, seiner Leserschaft zumutet. Aber seine Fans lieben ihn für die spritzige Art und Weise, wie er das Leben einer chemisch hochbegabten Internatsschülerin und Halbwaisin (ihre Mutter ist im Himalaya umgekommen) mit drei nervigen Schwestern in der Nachkriegszeit schildert. Denn Flavia nimmt sich kein Blatt vor den Mund und ist überhaupt nicht auf den Kopf gefallen, sodass sie auch der Polizei immer um eine Nasenlänge voraus ist.

Und so kommt es, dass Bradley die Eltern seiner Leserschaft zwar einerseits mit Flavias Hang zur Chemie (und einem damit verbundenen Lerneffekt) versöhnen mag, andererseits  aber die Ausdrucks- und Handlungsweise der jugendlichen Protagonistin auch nicht immer unbedingt gutzuheißen ist. Dafür hat Flavia aber auch kein nerviges Smartphone. Und ein Buch mit 352 Seiten sorgt immerhin dafür, dass der Nachwuchs ordentlich viel lest. Apropos Vielleser: Was Fans der ersten Stunde etwas irritieren wird, ist die veränderte Cover-Aufmachung, die so gar nicht zu den bisherigen Bänden passt - was sich natürlich im Bücherregal auch nicht so schön macht. Aber egal, am Ende steht als Fazit: Einmal mehr erfrischend anders, sehr spannend und höchst unterhaltsam.

Alan Bradley: Flavia de Luce - Mord ist nicht das letzte Wort
Penhaligon; 352 Seiten; ab 12 Jahren; 20,60 Euro





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-24 19:22:19
Letzte nderung am 2017-08-24 19:24:02



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