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Update: 21.11.2017, 17:15 Uhr

Sachbuch

Eine russische Familiensaga




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    (wt) Am Vorabend des Ersten Weltkriegs liest eine Roma der damals 13-jährigen Großmutter der Autorin dieser jüdisch-russischen Familiensaga, der Historikerin Irina Scherbakowa, aus der Hand. "Dir sind kein Geld und keine großen Reisen vorherbestimmt. Aber du wirst mit deinen Kindern und Enkelkindern Glück haben!" Damals war ihre Großmutter enttäuscht. Doch wenn sie sich später an diese Geschichte erinnerte, sagte sie immer: "Die Zigeunerin hat doch recht gehabt!" Die Großmutter hat schließlich die anti-jüdischen Pogrome, die Oktoberrevolution und den Bürgerkrieg von 1917/18 überlebt.

    Erwartungen und Enttäuschungen

    Information

    Sachbuch
    Die Hände meines Vaters - Eine russische Familiengeschichte
    Irina Scherbakowa
    Droemer 2017, 416 Seiten; 23,70 Euro

    Die Familie der Mutter wohnte von 1924 bis 1945 im bekannten Moskauer Hotel Lux und wurde Zeuge, als viele Nachbarn durch den Geheimdienst NKWD abgeführt, in Gulags gesteckt und ermordet wurden. Der Vater der Autorin verlor dann im Zweiten Weltkrieg vor Stalingrad fast beide Hände. Scherbakowa selbst und ihre Familie durchlebten alle Höhen und Tiefen, große Erwartungen und Enttäuschungen - die Schrecken des Stalinschen Terrors, die Sowjetzeit bis zur Perestroika Michail Gorbatschows, das Ende des Kommunismus in Russland und die neue repressiv-restaurativ-russische Ära unter Wladimir Putin. Scherbakowa legt hier ein spannendes Familienporträt vor, wo es auch mit viel Glück, aber auch mit aufrechter Haltung gelang, alle dunklen Zeiten mehr oder weniger unbeschadet zu überstehen. Inzwischen hat sich ihre Familie in aller Welt verstreut. Die Autorin lebt aber weiterhin in Moskau. Lesenswert.





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    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2017-11-21 17:05:02
    Letzte nderung am 2017-11-21 17:15:58



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