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Update: 06.12.2017, 00:51 Uhr

Literatur

Erinnerungen aus der Gegenwart




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Von Gerald Jatzek

  • Ein Band mit neuen Gedichten aus Griechenland.

Zweisprachiges Denkmal in Exarchia (Athen) für Berkin Elvan, der in Istanbul von einer Tränengasgranate getötet wurde: "In Griechenland wie in der Türkei gibt es die Bereitschaftspolizei und die Militärherrschaft."(Foto: Omnipheasant - CC 4.0)

Zweisprachiges Denkmal in Exarchia (Athen) für Berkin Elvan, der in Istanbul von einer Tränengasgranate getötet wurde: "In Griechenland wie in der Türkei gibt es die Bereitschaftspolizei und die Militärherrschaft."
(Foto: Omnipheasant - CC 4.0)
Zweisprachiges Denkmal in Exarchia (Athen) für Berkin Elvan, der in Istanbul von einer Tränengasgranate getötet wurde: "In Griechenland wie in der Türkei gibt es die Bereitschaftspolizei und die Militärherrschaft."
(Foto: Omnipheasant - CC 4.0)

Griechenland, das ist für viele vor allem Musik, Meer und Krise. Die Literatur spielt dabei kaum eine Rolle. Man kennt den Sorbas, die Krimis von Makaris, allenfalls Dimous aphoristische Ausführungen über das Unglück und vielleicht ein paar Gedichte der großen Lyriker Kavafis, Seferis, Ritsos, Elytis. Das Risiko einer Sammlung aktueller Lyrik nimmt denn auch kein Großverlag auf sich, sondern die Kölner Parasitenpresse.

Dort ist man äußerst professionell zu Werke gegangen. Mit einer Vielzahl von Übersetzerinnen und Übersetzern stellen die Herausgeber sicher, dass die Übertragungen den unterschiedlichen Traditionen und Verfahrensweisen der Originale entsprechen. Diese umfassen das Parlando US-amerikanischer Stadtlyrik bei Orfeas Aspergis, Verweise auf die Mythologie bei Anna Griva, Stamatis Polenakis oder Maria Topali und das wütende Manifest des wahrscheinlich bekanntesten aktuellen Lyrikers, Jazra Khaaled. Leiser, aber nicht weniger intensiv stellt Christos Koukis fest: "Was für Leute sind wir geworden und es wurde Nacht / ohne Kampf, ohne Erinnerung".

Information

Wassiliki Knithaki / Adrian Kasnitz (Hrsg.): Kleine Tiere zum Schlachten. Neue Gedichte aus Griechenland. Parasitenpresse, Köln 2017, 116 Seiten, 15,- Euro.

Was freilich nicht so bleiben muss. Denn zahlreiche Erinnerungen aus dem Land, das seit Jahrtausenden Tor und Brücke zu Europa ist, kann man hier nachlesen.

Links

Wer den Verlag noch nicht kennt, sollte sich unbedingt auf eine lyrische Entdeckungsreise auf der Website begeben.

Griechenland abseits des Mainstreams lernt man bei Michaele Prinzingers deutsch-griechischen Begegnungen kennen.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-12-01 16:29:21
Letzte nderung am 2017-12-06 00:51:20



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