(ax) Als der 1930 im oberösterreichischen Schalchen geborene Friedrich Achleitner 1950 nach Wien kam, tat sich für ihn neue Welt auf. Im Zuge dieser Eröffnung begegnete er auch den Dialektgedichten von Artmann, Kein und Rühm und erfuhr, wie sich "Wirklichkeit aus Sprache" entwickelt. So inspiriert, begann er selber zu entwickeln, indem er auf seine heimatliche Mundart zurückgriff: "ich habe in wien den innviertler dialekt entdeckt", sagt er im Nachwort zu "iwahaubbd".
Dieser Dialekt ist eine "trocken strukturierte Sprache, eher behauptend, überredend, ja bedrängend"; soll er literarisch behandelt werden, zeigen sich alsbald "unüberbrückbare Schwierigkeiten in der Schreibung". Schwierigkeiten bereitet übrigens auch das Lesen von Achleitners Dialektgedichten, glücklicherweise zumeist überbrückbare. Man muss sich durch am besten lautes Rezitieren in die durch lakonische Kürze sich auszeichnende Lyrik einlesen, um z.B. zu verstehen, was "iwan berö iwö" heißt oder "oagloa / oa oagloa / zwoa oagloa // laudda oagloa / eegloa".