
(was.-) Steht der amerikanische Präsident Barack Obama wirklich so gut da wie ihn der politische Journalist Sasha Abramsky schildert? In dem aus hunderterlei Episoden und Erzählungen zusammengesetzten Psychogramm des mächtigen Staatschefs steigt dieser ausgesprochen gut aus. Das ist selbst dann der Fall, wenn der Autor da und dort die unvermeidbaren Schattenseiten abbildet, etwa sein flottes Jugendleben samt Rauschgiftkonsum.
Aber selbst dabei geht der heutige Präsident charakterfest hervor wie keiner sonst. Anstatt herumzustottern wie andere Präsidenten und Präsidentschaftskandidaten beantwortete Obama die Frage nach Drogenkonsum entwaffnend: "Natürlich habe ich inhaliert. Darum ging es doch dabei." Wirklich? Selbst Abramsky ist nicht sicher, Obama "antwortete so etwas wie.. .", schreibt er vorsichtig.
Wer sich freuen will, dass die Supermacht USA einen ohne jeden Zweifel bewundernswerten und intelligenten Präsidenten hat, kann dies 200 Seiten lang aus jeder Perspektive tun und wird glücklich dabei sein.
Sasha Abramsky: Obamas kleines Weißbuch. Faszinierende Einblicke in den Führungsstil von Präsident Obama. Übersetzt von Moritz Malsch. Finanzbuch Verlag, 208 Seiten, 35,90 Euro.