In England ist er längst schon eine literarische Institution: Peter Ackroyd hat neben einer Reihe exzellenter Romane und maßgeblicher Biografien, u.a. über Thomas Morus, William Shakespeare, William Blake, Charles Dickens und T. S. Eliot auch eine Mammutkulturgeschichte seiner Heimatstadt London veröffentlicht, die auch in deutscher Übersetzung vorliegt.
Sein jüngstes Buch liefert das Pendant dazu: Die Themse, der 350 Kilometer lange "sacred river", wird einer umfassenden Darstellung unterzogen, die Fakten und Anekdoten, Wissenswertes und Absonderliches in einer faszinierenden Lesereise durch die Geschichte und den Flussverlauf der Londoner Lebensader bündelt. Zugegeben: Mitunter geht Ackroyds Enthusiasmus mit ihm durch, zu detailreich ist mancher Abschnitt, zu irrelevant sind einige Ausführungen über die der Stadt London fernliegenden Flussabschnitte. Das macht aber nichts, denn die voneinander unabhängigen Kapitel erlauben es, dass man sich während seiner Expeditionsreise durch das Buch treiben lassen kann - nach Lust und Laune.
Peter Ackroyd: Die Themse. Biographie eines Flusses. Aus dem Englischen von Michael Müller. Knaus Verlag, München 2008, 576 Seiten, 41,10 Euro.