• vom 26.06.2009, 14:47 Uhr

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Update: 26.06.2009, 14:48 Uhr
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Flüchtige Wahrheit

Agualusa, José Eduardo: Das Lachen des Geckos


Von Ingeborg Waldinger

Eulálio ist nachtaktiv, sensibel und belesen. Sein Blick reicht weit, während sein Mitteilungsvermögen an biologische Grenzen stößt - zählt er doch zur Spezies der Geckos. Die anthropomorphe Echse ist ein Geschöpf des angolanischen Fabulierkünstlers José Eduardo Agualusa und spielt in dessen Roman "Das Lachen des Geckos" einen anspruchsvollen Part: Eulálio fungiert als Ich-Erzähler und Re- (oder Prä-?)inkarnation von Félix Ventura, in dessen Haus er sich eingenistet hat. Ventura, ein angolanischer Albino, erfindet Stammbäume für Politiker, Armeeangehörige und Großgrundbesitzer; für "Leute also mit gesicherter Zukunft. Doch fehlt ihnen eine gute Vergangenheit, edle Vorfahren, Pergamente." Aus der Klientel des selbsternannten Genealogen sticht ein mysteriöser Fremder hervor, der vollends in den Bann seiner gekauften Identität gerät.

Agualusa variiert sein großes Thema, die Sozialgeschichte Angolas, bild- und ironiereich. Dabei treibt er ein teuflisches Verwirrspiel um Traum und Wirklichkeit.

José Eduardo Agualusa: Das Lachen des Geckos. Roman. Aus dem Portugiesischen von Michael Kegler. A1 Verlag, München 2009, 184 Seiten, 18,30 Euro.



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