Er ist der erfolgreichste finnische Skispringer seiner Zeit - auch wenn er nie bei Olympia gewonnen hat - und zugleich eine rätselhafte Figur, die selbst für ihre größten Fans nicht durchschaubar ist. Rechtzeitig zu seinem Comeback ist Janne Ahonens Biografie auf Deutsch erschienen. Und darin werden viele sportliche und persönliche Fragen beantwortet: Was ist Angst? Was sind Schmerzen? (Ahonen hat sich einst seinen Daumen selbst genäht und etliche Schlägereien hinter sich.) Wie gehen Skispringer mit Stürzen um? (Ahonen hat es bei seinem legendären 240-Meter-Flug in Planica halb zerlegt und den Helm gespalten.) Und geht der Mann, der jahrelang mit Maske die Schanzen hinuntersegelte, wirklich zum Lachen in den Keller? Pekka Holopainen gibt einen tiefen Einblick in den Skisprungsport und ins Seelenleben Ahonens; er erzählt, wie es ein Teenager aus Lahti ohne höhere Schulbildung zum König der Lüfte und Mädchenschwarm gebracht hat. Auch wenn der (ski)fliegende Finne dabei zum Teil leicht apotheotisch dargestellt wird und das zusammengetragene Material dem Leser in nicht immer ganz übersichtlichen Häppchen serviert wird, ist es eine aufschlussreiche Lektüre für Skisprung-Fans.
Janne Ahonen & Pekka Holopainen: Königsadler. Mein Leben als Skispringer. A-Z Sport Media, 356 Seiten, 20,60 Euro.