• vom 31.03.2009, 15:09 Uhr

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Update: 31.03.2009, 15:12 Uhr
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Sachbuch

Akerlof, George A. / Shiller, Robert J.: Animal Spirits


Von Christian Ortner
  • Wirtschaftsguru sagte schon 2000 Börsencrash voraus.
  • Psyche wirkt sich auf Geldanlagen und die Weltwirtschaft aus.
  • Der US-Ökonom Robert J. Shiller ist derzeit gefragt wie kaum ein anderer Wirtschaftswissenschafter; allein im Jänner dieses Jahres hielt er an nahezu jedem Tag des Monats rund um den Globus irgendwo Vorträge, gab Interviews und trat in TV-Diskussionen auf. Der Mann ist ein Star.

Der Ökonom Robert J. Shiller von der Yale-Universität ist ein Star seines Fachs. Foto: epa

Der Ökonom Robert J. Shiller von der Yale-Universität ist ein Star seines Fachs. Foto: epa Der Ökonom Robert J. Shiller von der Yale-Universität ist ein Star seines Fachs. Foto: epa

Das liegt nicht zuletzt daran, dass er in seinem bereits 2000 erschienen Buch "Irrational Exuberance" den kurz darauf beginnenden Börsencrash exakt vorhersagte. Auch auf die Folgen des von Shiller prognostizierten Zusammenbruchs der Immobilienpreise hat er bereits seit Jahren hingewiesen. Seitdem gilt der 62-jährige Yale-Professor als Guru seines Gewerbes.

Sein neuestes Buch, "Animal Spirits" (zusammen mit dem Nobelpreisträger George A. Akerlof) widmet sich, wieder einmal, dem zentralen Thema der Arbeit von Shiller: dem Einfluss der menschlichen Psyche und ihrer vielen Irrationalitäten auf die Wirtschaft. Wenn die Seele nach Arthur Schnitzler ein "weites Land" ist, dann versucht Shiller in "Animal Spirits" gleichsam eine Wirtschaftsgeographie dieser Landschaft zu zeichnen.

Psychologisch motiviert

Dass der freie Markt grundsätzlich die beste Organisationsform für wirtschaftliches Handeln ist, bestreitet Shiller nicht: "Keine Frage, der Kapitalismus hat wahre Wunder vollbracht". Skeptisch steht er hingegen der klassischen Annahme gegenüber, auf diesen freien Märkten würden informierte Marktteilnehmer ausschließlich rationale Entscheidungen treffen. "Wir werden", meint er, "niemals die wichtigen ökonomischen Ereignisse verstehen, wenn wir nicht erkennen, dass sie psychologisch motiviert sind."

Detailliert belegen Shiller/Akerlof im Hauptteil des Buches, warum die Annahme, wir würden wirtschaftliche Entscheidungen rational treffen, in die Irre führen kann. Wie etwa anhand jenes Experimentes, in dem eine Versuchsgruppe ein Gesellschaftsspiel spielt, in dem es hauptsächlich darum geht, dass die Spieler miteinander kooperieren. Interessanterweise aber zeigt sich: Wenn die Spieler die Möglichkeit eingeräumt bekommen, unfaire Mitspieler zu bestrafen, dann tun sie das - und zwar auch dann, wenn das für sie mit erheblichen Kosten verbunden ist. Das ist zwar sehr menschlich, aber nicht markt-rational im Sinne der klassischen Lehre, die ja davon ausgeht, dass jeder seinen Nutzen optimiert.

Inflation ausgeblendet

Beispiele und Belege für irrationales ökonomisches Verhalten führen die Autoren in beeindruckender Fülle auf. Dass zum Beispiel die meisten Kredit- und Dienstverträge das Vorhandensein von Inflation nicht beachten, hält Shiller für eine solche Irrationalität, weil sie auf einer "Geld-Illusion" basiert, die keine reale Basis hat (der verbreiteten unterbewussten Vorstellung, es gäbe keine nennenswerte Geldentwertung).

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