Eine Schlappe für das sozialdemokratische Wien (das den Bau bereits genehmigt hatte), aber ein Meilenstein demokratischer Bürgerbewegung - und ein Signal für viele andere Protestbewegungen der Stadt.
Als Folge bildete sich das 38 Bürgerinitiativen umspannende, parteiunabhängige Netzwerk "Aktion 21" unter Bacherpark-Siegerin Herta Wessely, das seither lebendiges Zeugnis dafür abgibt, wie schwer beweglich, ja unverrückbar sich mancher Bürokrat und Politiker gebärdet, wenn es um Veränderungen im Sinne der Stadtbewohner geht.
Unter den im Buch teils leider etwas schlampig beschriebenen Interessensgruppen (unter anderem fehlen viele Vornamen von Akteuren und Urheber wichtiger Zitate) findet der Leser in dieser bisher einzigartigen Aufstellung viele alte Bekannte: Etwa den (verlorenen) Kampf um die mittlerweile in Trümmern liegende "Stadt des Kindes", die mit 50 Bestandsjahren älteste Bürgerinitiative Wiens gegen den Gestank der Müllverbrennungsanlage Flötzersteig oder brandaktuelle Konflikte wie den derzeit eskalierenden Streit um einen Hotelbau der ÖVP im Tivolipark Meidling. Anschaulich wird gezeigt, wie engagierte Bürger die Stadt verändern und fragwürdige Geld-, Grün- und Baudenkmal-Vernichtung stoppen können - oder auch nicht.
Aktion 21 (Hrsg.): "Raus aus der Sackgasse" Bürgerinitiativen in Wien. Sonderzahl Verlag, 280 Seiten, 19,90 Euro.