• vom 20.07.2009, 16:13 Uhr

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Update: 20.07.2009, 16:19 Uhr
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Sachbuch

Aliyev, Rakhat: The Godfather-in-law


Von Ines Scholz
  • Ex-Botschafter Aliyev klagt Kasachstans Präsidenten an.
  • Allein der Unprofessionalität des kasachischen Regimes hat er es zu verdanken, dass er statt in seiner Heimat als politischer Häftling heute als freier Mann im Westen lebt, schreibt Rakhat Aliyev, der in Ungnade gefallene Ex-Schwiegersohn von Präsident Nursultan Nasarbayev, in seinem im Mai erschienenen Enthüllungswerk "The Godfather-in-law".

Rakhat Aliyev. Foto: apa

Rakhat Aliyev. Foto: apa Rakhat Aliyev. Foto: apa

Darin schildert der Ex-Botschafter in Wien, wie es Mitte 2007 zum Bruch mit dem "Schwiegerpaten" kam, weil Aliyev dessen Allmachtanspruch herausforderte. Anlass war Nasarbayevs befohlene Verfassungsänderung, mit der sich dieser eine Präsidentschaft auf Lebenszeit garantierte. Nasarbayev duldet keine Kritik. Aliyev äußerte sie dennoch - und erklärte öffentlich seine Kandidatur für die Wahlen 2012.

Gegen Aliyev wurde daraufhin ein Strafverfahren eingeleitet (für das er später in Abwesenheit zu 40 Jahren Haft verurteilt wurde). Er verlor umgehend seinen Diplomatenstatus - ein Fauxpas seines zornigen Schwiegervaters, der sich damit der Chance beraubte, ihn aus Wien "zu Konsultationen" zurück zu beordern, um ihn politisch kalt zu stellen. Österreich verweigerte danach mit Verweis auf die mangelnde Rechtsstaatlichkeit die Auslieferung. Der kasachische Geheimdienst begann eine Hetzjagd auf ihn.

Auf 532 Seiten gewährt Aliyev, der derzeit in der österreichischen Innenpolitik für Schlagzeilen sorgt, tiefe Einblicke in die korrupt-kriminellen Machenschaften des autokratischen Herrschaftssystems in Astana. Es ist ein System, das ausschließlich auf persönlicher Macht und Bereicherung des innersten Machtzirkels, allen voran des Präsidenten, basiert, wie der Autor schreibt. Nasarbayev regiere das rohstoffreiche Land nach Art einer mafiosen Vereinigung, bei der auch westliche Unternehmen und Politiker kräftig mitverdienten. Wahlen dienten nur noch als Schauspiel, politische Gegner würden gefoltert und ermordet. Seine Vorwürfe untermauert Aliyev, 25 Jahre lang selbst Teil der Politelite, mit unzähligen, teils pikanten Details.

Rakhat Aliyev: The Godfather-in-law. Eine Dokumentation. trafo Literaturverlag, 532 Seiten, 29 Euro.




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