
(chz) Der Titel verheißt nichts Gutes. Und tatsächlich kommt der schnarchige Satz, "die eigenen Ressourcen effizient nützen". "Viel Genuss für wenig Geld" ist es trotzdem wert, gelesen zu werden. Denn Martin Amanshauser ist einer, der interessiert ist, beobachtet und sich Gedanken macht. Sein Ton ist angenehm amüsant. Amanshauser erklärt, warum er Haushaltsversicherungen und Steuerberater sinnvoll findet, Riedel-Gläser und Kloduftsteine hingegen gar nicht und warum ihm jene Folge von Jamie Oliver gefallen hat, in der der britische Fernsehkoch Küken erstickte: "Es ist erfreulich, wie
sich einer hinstellt und nicht Kauft Biofleisch predigt, sondern auf eine Primetime-gerechte Art die Frage aufwirft, wieso sich ein Großteil der Menschen nur Billig-Hühnerfleisch leisten kann." Wie man ohne Überheblichkeit, ohne Verbissenheit, Ideologie und Moralkeule zum so gern genannten "mündigen Konsumenten" werden kann, der weder ausbeutet noch sich ausbeuten lässt, darüber schreibt Amanshauser. Manche Passagen sind dabei durchaus skurril, wie jene über Gemüse. Da erläutert er unter anderem Gurke ("innen wässrig, außen bittere Haut, Genussfaktor 5") und Spargel ("Nach Spargelgenuss riecht es beim Urinieren leider übel. Genussfaktor 7").
Martin Amanshauser: Viel Genuss für wenig Geld. Christian Brandstätter Verlag, 191 Seiten, 14,90 Euro.