
(wt) Geschichte aus der Geheimdienst-Perspektive. Anlässlich seines 100-jährigen Bestehens wurden die ansonsten streng geheim gehaltenen Archive des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5 für eine tiefgründige Faktenrecherche der Jahre von 1909 bis 2009 exklusiv dem britischen Historiker Christopher Andrew geöffnet.
Die Hauptgegner des MI5 waren in der Anfangszeit abwechselnd Deutschland und Russland und ihre Anhänger auf britischem Boden. Bis zum 1. Weltkrieg und in den beiden Weltkriegen war der MI5 vor allem darum bemüht, die deutschen Geheimdienstoperationen zu bekämpfen. Während es dem MI5 gelang, sowohl die Nachrichtendienste von Kaiser Wilhelm II. als auch den Geheimdienst Hitlers in die Schranken zu weisen, erwies sich der sowjetische Geheimdienst als härterer Widersacher. Die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus dürfte ebenso lange Bestand haben wie einst der Kalte Krieg, prophezeit Christopher Andrew. Prädikat: sehr lesenwert.
Christopher Andrew: MI5 - Die wahre Geschichte des britischen Geheimdienstes. Übersetzt von Norbert Juraschitz, Enrico Heinemann, Stephan Gebauer. Propyläen Verlag, 915 Seiten, 25,70 Euro.