
(wt) Je globaler vernetzt die Welt wird, umso größer wird die Suche nach kulturübergreifenden Orientierungen. Die Achtung anderer Kulturen muss durch die Achtung des Menschen ergänzt werden, schreibt der deutsche Ethnologe Christoph Antweiler in diesem sehr klugen Buch über das Wesen des Kosmopolitismus und der Weltgesellschaft. Was die Menschheit brauche, sei ein authentischer Dialog der Kulturen, aber oftmals bleibe es bei parallelen Monologen, kritisiert er zu Recht. Jegliche eurozentristische Fokussierung müsse abgelegt werden, um den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der menschlichen Welt- und Selbstdeutung Geltung zu verschaffen. Notwendig sei die Neubesinnung auf das Menschsein des Menschen in seiner anthropologischen Universalität - mit all seiner Verschiedenheit, meint der Autor. Erst daraus kann ein erneuerter Humanismus entstehen, wobei Anthropologie als die Lehre vom Menschen beides im Blick zu behalten hilft: den ganzen Menschen und die Menschheit als Ganze. Eine wertvolle Lektüre.
Christoph Antweiler: Mensch und Weltkultur. Transcript Verlag, 321 Seiten, 30,70 Euro.