• vom 03.04.2009, 14:45 Uhr

Bücher-Verzeichnis

Update: 03.04.2012, 13:25 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Leserbrief

Literarisches Buch

Arjouni, Jakob: Der heilige Eddy


Von Christian Hoffmann

In den letzten Jahren hat manch Kritiker den Kopf geschüttelt über die Bücher von Jakob Arjouni. Seine satirischen Slapsticks über Alt-68er ("Hausaufgaben") oder ein totalitäres Europa der Zukunft ("Chez Max") wurden als oberflächlich gerügt. Von der Kritik unbeeindruckt, setzt der Autor die satirische Linie in seinem neuen Roman, "Der heilige Eddy", fort.

Im Mittelpunkt der Handlung steht ein kleiner Berliner Gauner, der seinen Lebensunterhalt als Trickbetrüger verdient. Seine Fähigkeit, sich verschiedenen Milieus anzupassen, liefert das Material für eine Satire. Ob beim neureichen Computerhändler oder im Kreuzberger Bioladen, Titelheld Eddy findet immer den passenden Tonfall.

Die Geschichte, in die sich dieser Schelm verstrickt, ist haarsträubend und unwahrscheinlich. Sein Gegenspieler wird durch einen dummen Zufall Horst König: ein Großunternehmer, der mit bösen Machenschaften Tausende in die Arbeitslosigkeit treibt; eine Heuschrecke der Finanzwelt, wie kein Boulevardblatt sie schlimmer zeichnen könnte. Ausgerechnet dieser Bösewicht gerät auf der Suche nach seiner abtrünnigen Tochter in das Haus, in dem Eddy wohnt - um dort, nach einem kurzen Wortwechsel mit Eddy, über die Treppe zu stürzen und zu sterben. Eddy, dem Nachforschungen höchst ungelegen kämen, bietet seine ganze Kunst als Trickbetrüger auf, um die prominente Leiche verschwinden zu lassen.

In charmantem, bekömmlichem Tonfall schildert Arjouni das Scheitern dieser Bemühungen. Manch Leser wird wohl die Stirn runzeln über den Halunken, der unfreiwillig zum Volkshelden und Rächer der Berliner Arbeiter wird; Arjouni-Fans aber werden sich über das witzige, flüssig geschriebene Buch freuen.

Jakob Arjouni: Der heilige Eddy. Roman. Diogenes, Zürich 2009, 246 Seiten, 19,50 Euro.




Schlagwörter

Literarisches Buch

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)





Autoren

 A B C D E F G H I J K L M N Ö 
 P R S T U V W Y Z

  Abdel-Samad, Hamed
  Abermann, Stefan
  Abraham, Jean-Pierre
  Abrahams, Peter
  Abramsky, Sasha
  Achleitner, Friedrich
  Acklin, Jürg
  Ackroyd, Peter
  Adair, Gilbert
  Adam, Konrad
  Adam, Olivier
  Adams, Christian
  Adiga, Aravind
  Adorján, Johanna
  Adrowitzer, Roland
  Agualusa, José Eduardo
  Ahmad, Jamil
  Ahonen, Janne / Holopainen, Pekka
  Aichner, Bernhard
  Akerlof, George A. / Shiller, Robert J.
  Akgün, Lale
  Aktion 21 (Hrsg.)
  Alarcón, Daniel
  Albom, Mitch
  Albright, Madeleine
  Aliyev, Rakhat
  Altmann, Andreas
  Altmann, Franz Friedrich
  Altmann, Peter Simon
  Altwegg, Jürg / de Weck, Roger (Hrsg.)
  Aly, Götz
  Am besten
  Amanshauser, Gerhard
  Amanshauser, Martin
  Amar-Dahl, Tamar
  Ambros, Peter
  Amirpur, Katajun
  Amis, Martin
  Ammerer, Heinrich
  Amon, Michael
  Ampuero, Roberto
  Anderl, Gabriele
  Andersen, Hans Christian / Stuhrmann, Jochen
  Anderson, Lena
  Andrew, Christopher
  Androsch, Hannes (Hg.)
  Angelow, Jürgen
  Anger-Schmidt / Habringer / Heilmayr (Hrsg.)
  Ankowitsch, Christian / Stelzig, Manfred
  Antweiler, Christoph
  Appelfeld, Aharon
  ARGE MITeinanderREDEN
  Arjouni, Jakob
  Armin, Hans H. von
  Arnim-Ellissen, Hubert
  Arnold, H. L. / Korte, H. (Hrsg.)
  Arnold, Heinz-Ludwig
  Aschenwald, Barbara
  Ash / Nieß / Pils (Hrsg)
  Asserate, Asfa-Wossen
  Atkinson, Kate
  Aubry, Gwenaëlle
  Augias, Corrado
  Augstein, Jakob
  Augustin, Ernst
  Aumaier, Reinhold
  Auslander, Shalom
  Aust, Stefan
  Auster, Paul
  Autengruber, Peter
  Awadalla, El
  Azzeddine, Saphia

Werbung




Werbung