Drei Frauen einer Familie, drei Generationen zwischen Deutschland und Russland: Ende der 1930er Jahre muss die deutschstämmige überzeugte Kommunistin Nadja mit ihrer Familie nach Deutschland auswandern. In Russland war sie Sängerin, in Deutschland muss ihr Mann den Lebensunterhalt mit dem Verfassen von Horoskopen verdienen.
Eine Generation später steht Nadjas Tochter Senta ebenfalls vor einer grenzüberschreitenden Entscheidung: Soll sie Gregor, den sie liebt und von dem sie ein Kind erwartet, in die DDR folgen? Erst nach einer weiteren Generation kann sich der Kreis, der durch Nadjas Vertreibung aus Moskau geöffnet worden war, wieder schließen.
Die Sprache in Larissa Boehnings zweitem Roman "Das Glück der Zikaden" hat etwas altmodisches, unaufgeregtes, immer sehr detailfreudiges. Sie eröffnet eine Welt, die nicht völlig unbekannt ist, und lässt dem Leser leider kaum Spielraum für eigene Assoziationen.
Larissa Boehning: Das Glück der Zikaden. Verlag Galiani, Berlin 2011, 326 Seiten, 20,60 Euro.