Die Literatur lebt, wie alle Systeme, von ihren Rändern. Darum sind randständige Autoren ungleich wichtiger als Bestsellerschreiber. Uwe Dick, 1951 im Allgäu geboren, ist einer dieser Außenseiter, deren literarische Bedeutung im umgekehrt proportionalen Verhältnis zu ihrer Bekanntheit steht. Seit nunmehr vierzig Jahren hat sich der ehemalige Journalist ganz der Literatur "verschrieben". Obwohl er Gedichte, Märchen, Erzählungen u.a. verfasst hat, schreibt Dick eigentlich nur an einem Buch, das work in progress und Opus magnum zugleich ist: die "Sauwaldprosa".
1976 erstmals erschienen, hat er das einer poetischen Botanisiertrommel gleichende Prosasammelsurium jeweils in den Jahren 1978, 1981, 1987 und 2001 erweiternd überarbeitet. 2008 legte Dick es erneut vor. Das wildwüchsige Werk ist kaum auf den Punkt zu bringen: renitente Sprachschöpfungen, dokumentarische Passagen, Tagebuchauszüge in Mundart, wortgewaltige Beschimpfungen des Literaturbetriebs und der restlichen Welt in bester Tradition von Karl Kraus und Thomas Bernhard.
Uwe Dick: Sauwaldprosa. Residenz Verlag, St. Pölten 2008, 592 Seiten, 24,90 Euro.