
(pb) Berichte von 58 Zeitzeugen und Betroffene und eine Flut packender Bilder lassen den Leser rasch begreifen und emotional erfassen, was am 9. November 1989 in Berlin Weltgeschichte gemacht hat: der Fall der Berliner Mauer. Der Abbau des Eisernen Vorhangs durch die Ungarn im Mai, die Warnung Gorbatschows bei seinem Ost-Berlin-Besuch im Oktober, das Leben strafe denjenigen, der zu spät komme, hatten gewaltige Demonstrationen gegen das kommunistische Regime ausgelöst. Als die SED-Führung die Lage auch mit der Ablöse Honeckers nicht in den Griff bekommen konnte, eskalierte die Situation. Eine Pressekonferenz über neue Reisefreiheiten mit vorerst unklarem Terminplan für ihre Umsetzung war schließlich der Urknall jener politischen Explosion, die zur Wiedervereinigung Deutschlands führte.
Der in Prachtausstattung bei Piper von zwei Top-Journalisten herausgegebene Band ist nicht nur etwas für Nostalgiker, sondern für alle, welche die Welt verstehen wollen, in der sie heute leben.
Kai Diekmann / Ralf Georg Reuth (Hg.): Die längste Nacht, der größte Tag. Piper Verlag, 224 Seiten 15,40 Euro.