Ein "Hungerkünstler" ist Andreas ja eigentlich nicht, sondern ein magersüchtiger junger Mann, der nach seiner Entlassung aus der Psychiatrie den Entschluss fasst, nichts mehr zu essen und an einem schönen Ort zu sterben. Allerdings kommt dem Sterbeplan etwas dazwischen, nämlich das Leben. In verschiedenen Facetten und mit Hilfe wechselnder Protagonisten verführt es ihn zum Weiterleben. Eine wichtige Rolle fällt dabei dem Großvater zu, um den sich Andreas nach dem Tod der Großmutter kümmert. Auch eine zarte Liebe bahnt sich an, und Andreas erlernt allmählich wieder zu essen.
Dieser Roman ist die erste Buchveröffentlichung des 1961 in Wien geborenen Georg Elterlein. Er erzählt die Geschichte sehr einfühlsam und gibt tiefgründige Einblicke in die Dynamiken einer "Suchtfamilie"; etwas mehr erzählerische Radikalität hätte aber stellenweise nicht geschadet.
Georg Elterlein: Der Hungerkünstler. Roman. Picus Verlag, Wien 2009, 310 Seiten, 22,90 Euro.