
(pb) Vorurteile haben Geschichte gemacht und tun es fortgesetzt. Deren wegen ihrer rabulistischen Einfachheit so gefährlich großen Überzeugungskraft, ihrer Entstehung und ihrem skrupellosen Einsatz als (politisches) Machtmittel gehen die Autoren in ihrem Buch nach, das wie ein wissenschaftlich fundierter Essay anmutet. Aus diesem Grund schlägt "Die Geschichte der Vorurteile" den Leser rasch in ihren Bann, auch wenn man die fehlende Systematik ein wenig irritiert. Dennoch spannend zu lesen, wie schon bei der Kanonisierung der Bibel jene Schrift weggelassen wurde, die Eva nicht aus Adams Rippe, sondern gleichberechtigt entstehen ließ. Zusätzlich wurde ihr auch noch die Hauptschuld an der Vertreibung aus dem Paradies aufgebürdet, und damit die Vormachtstellung des Mannes im Christentum festgeschrieben.
Aber die Autoren beleuchten nicht nur die Geschichte des Geschlechterverhältnisses bis herauf zum Feminismus. Sie steigen relativ emotionslos, aber kenntnisreich und detailliert in die dunklen Tiefen von Eugenik, Sklaverei und Rassenwahn, um deren verhängnisvolle Systematik schonungslos offen zu legen.
Elizabeth + Stuart Ewen: Typen & Stereotype. Übersetzung: Dominik Fehrmann, Ulrike Seith. Parthas Verlag, 582 Seiten, 28 Euro.