Antoines Freundin hat ihn sitzen lassen. Der Mittdreißiger leidet und versucht sich abzulenken. Womit wohl? Antoine ist ein eitler französischer Schauspieler auf dem aufsteigenden Ast, sieht gut aus und kann viel und gut reden: über Filme, Rassismus, seine Kollegen, das Altern, die Frauen.
Während Antoine auf die nächste Rolle wartet, denkt er über seinen Stand zwischen ganz normalen Leuten, dem snobistischen Pariser Kulturbetrieb und in seiner Familie nach. Seine Mutter ist Französin, der Vater stammt aus der Karibik. Alle sind weiß oder schwarz, nur Antoine ist halb/halb. Die Hautfarbe bestimmt sein Denken. Nicolas Fargues liefert eine gesellschaftskritische Innenansicht eines ehrgeizigen, auf Sex fixierten, selbstverliebten und zugleich zweifelnden Pariser Intellektuellen.
Nicolas Fargues: Die Rolle meines Lebens. Roman. Aus dem Französischen von Christian Kolb. Rowohlt 2009, 218 Seiten, 18,40 Euro.