
(hb) Hat man sich in die etwas umständliche Art des Autors eingelesen, wird das Buch richtig aufregend. Der aus Linz stammende Berner Psychologieprofessor Klaus Foppa setzt sich als fachlicher Außenseiter mit Charles Darwin auseinander und entwickelt originelle eigene Gedanken zum Übergang von der biologischen zur kulturellen Evolution.
Sein gedanklicher Bogen landet allerdings in düsterem Gelände. Die Morgenröte des Menschen dauerte lang. Hunderttausende von Jahren arbeitete er mit den gleichen Steinwerkzeugen. Um so schneller könnte eine Diamondsche Bedingung eintreten, die keine Anpassung durch Selektion mehr gestattet. Ganz richtig, Jared Diamond sollte man auch noch lesen. Wer es noch nicht getan hat, kann sich einstweilen nur mit der Hoffnung auf eine so erfolgreiche kulturelle Evolution trösten, dass sie die Aufgabe der biologischen übernehmen kann. Was, zugegeben, eine kühne Hoffnung ist in der Epoche von Umweltzerstörung, Erderwärmung & Co.
Klaus Foppa: Jenseits von Darwin. Berlin University Press, 182 Seiten, 25,60 Euro.