
(wegro) Für Reinhold Messner war er Lehrmeister und Vorbild, für Heinrich Harrer Freund und Kollege. Alpinisten verehren ihn bis heute als weltbesten Freikletterer seiner Zeit: den Tiroler Mathias Rebitsch. Dass der 1911 in Brixlegg geborene Extremsportler nicht so berühmt wurde wie Messner oder Harrer, lag wohl an seiner Abneigung gegenüber der Öffentlichkeit. Ihn zog es in die Berge, wo er nur mit der allernötigsten Ausrüstung operierte. Selbst die berüchtigte Eiger-Nordwand, von der er mit einem Kameraden als Erster lebend zurückkehrte, bestieg er mit seinen Manchon-Patschen, mit deren Filz-Sohle er jede Unebenheit im oft senkrechten Fels ertasten konnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den er als Gebirgsjäger überlebte, konzentrierte sich Rebitsch auf wissenschaftliche Expeditionen, etwa 1952 ins nordwestpakistanische Karakorum zum Volk der Hunza. Weltberühmt wurde er durch Forschungsreisen in südamerikanische Gebirge, wo er auf bis zu 6600 Metern Höhe Kultplätze der Inkas fand. Der bei Frauen stets beliebte Junggeselle starb 1990 - unmittelbar nach einer Tour.
Horst Höfler (Hg.): Hias Rebitsch - Kletterpionier, Freigeist und Höhenarchäologe. Verlag Tyrolia, 264 Seiten, 24,95 Euro.