Das beweist ein neues Buch mit dem Titel "ALLES falsch gemacht", das die gesammelten Beiträge der Autorin enthält - vorwiegend zum Thema Gleichberechtigung und Benachteiligung von Frauen. Obwohl die Kolumnen nämlich bis in die späten 1980er-Jahre zurückreichen, sind die Themen auch heute noch äußerst aktuell.
Zeitdokumente
In dem Buch, das am 8. März, pünktlich zum Internationalen Frauentag also, erschienen ist, erfährt der Leser unter anderem, welches Problem Hammerl mit dem Satz "Ich bin aber gerne eine Frau" hat. Auch schreibt Hammerl über die Geringschätzung weiblicher Arbeit, fadenscheinige Ausreden bei Diskriminierungen, die angebliche "Wahlfreiheit" von Frauen bei der Frage "Karriere oder Hausfrau", den Umgang mit sexueller Belästigung oder Mode für "Schrumpffrauen". Die "Bösen" sind bei ihr übrigens nicht immer die Männer - die Schuld an den von ihr kritisierten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gibt sie mitunter auch (prominenten) Geschlechtsgenossinnen. Die Kolumnen können durchaus als Zeitdokumente des Feminismus gesehen werden, die auch eines zeigen: In den vergangenen Jahren ist bei der Gleichstellung von Frauen und Männern nicht viel weitergegangen, sind doch Themen wie verpflichtende Quoten oder unterschiedlich hohe Gehälter nach wie vor aktuell.
Obwohl sich Elfriede Hammerl nicht nur der Gleichberechtigung von Frauen, sondern auch Bildung, Zuwanderung und sozialen Klassen-Unterschieden widmet, handelt es sich doch um eine geballte Ladung Feminismus, die dem einen oder anderen unter Umständen zu viel werden könnte - bleibt zu hoffen, dass das Buch trotzdem nicht nur von Frauen gelesen wird.
Elfriede Hammerl: ALLES falsch gemacht. Verlag Deuticke, 235 Seiten, 18,40 Euro.