
(hb) Seeigel gefällig, gefüllt mit Forelleneiern und Cognac? Wer davor zurückschreckt, kann auch zur Gilda greifen, dem Spießchen mit einer grünen Olive, einer geräucherte Sardelle und einigen in Essig eingelegten scharfen Chilischoten. Das Baskenland ist aber keineswegs nur aus kulinarischen Gründen eine Reise wert. Georges Hausemer zählt sie in seiner Picus-Lesereise alle auf und macht dem Leser den Mund nicht nur nach Pintxos, dem baskischen Pendant zu den spanischen Tapas, sondern auch nach den baskischen Extremen wässerig. Sie sind keineswegs nur von der politischen Art, sondern reichen von Brennpunkten der Mondänität bis zur nördlichsten Wüste Europas mit ihren landschaftlichen Bizarrerien, von Ikonen der Moderne wie Frank O. Gehrys Guggenheim-Museum in Bilbao bis zu den Horten uralter Bräuche. Ein Büchlein, voll gepackt mit Information nicht zuletzt historischer Natur, das auch so viel von der Atmosphäre des Landes vermittelt, dass man am liebsten sofort hinfahren möchte. Eine Führung, die zur Verführung wird.
Georges Hausemer: Lesereise Baskenland - Die kochenden Kerle von der Muschelbucht. Picus Verlag, 132 Seiten, EUR 14,90.