
(was.-) Die klassischen Polarforscher, die im 19. und bis weit ins 20. Jahrhundert ohne GPS-Ortung und Telefonverbindung in die Arktis und Antarktis vorstießen, wurden berühmt und gefeiert. Die Rolle ihrer Frauen blieb der Öffentlichkeit weitgehend verborgen. Einige waren im besten Sinn des Wortes "Lebensgefährtinnen" der großen Forscher und manchmal sogar Lebensretterinnen. Josephine Peary, Frau des Polarforschers Robert E. Peary, der 1909 gegen Frederick Cook um den Nordpol wetteiferte, hatte bereits 1891 alle Konventionen gesprengt und ihren Mann begleitet. Unter Inuits gebar sie eine Tochter, das "Schneebaby".
Die Autorin Kari Herbert wurde 1970 geboren und im Alter von zehn Monaten von ihren Eltern, dem Forscherehepaar Wally und Marie Herbert, auf eine Reise nach Grönland mitgenommen. Ihr jetziges Buchthema wurde ihr also in die Wiege gelegt. Sie zeichnet die Schicksale mehrerer "Polarfrauen" auf.
Kari Herbert: Polarfrauen. Mutige Gefährtinnen großer Entdecker. Aus dem Englischen von Frank Auerbach, Theresia Übelhör und Linde Wiesner. Piper Verlag, 368 Seiten, 23,60 Euro.