• vom 19.01.2011, 16:53 Uhr

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Update: 19.01.2011, 16:55 Uhr
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"Dialog statt plumpe Werbung": Marketing-Experte Felix Holzapfel über Unternehmen auf Facebook

Holzapfel, Felix und Klaus: Facebook - Marketing unter Freunden


Von Julia Urbanek
  • Unternehmen entdecken soziale Netzwerke.
  • Marketing unter Freunden wird oft unterschätzt.
  • Wien. Die Zielgruppe ist übersiedelt. Nur noch 14 Prozent vertrauen laut einer Nielsen-Studie den Aussagen der Werbung, ganze 78 Prozent allerdings den Aussagen ihres persönlichen Netzwerks. Und das ist zunehmend in sozialen Medien wie Facebook und Twitter zuhause. Hier werden neben Videos und Fotos vor allem Vorlieben geteilt - und die gelten nicht selten auch Unternehmen oder Marken.

Ob auf Facebook oder in der "echten" Welt: Freunde geben sich gerne gegenseitig gute Tipps. Foto: corbis

Ob auf Facebook oder in der "echten" Welt: Freunde geben sich gerne gegenseitig gute Tipps. Foto: corbis Ob auf Facebook oder in der "echten" Welt: Freunde geben sich gerne gegenseitig gute Tipps. Foto: corbis

Wer auf Facebook Fan von Nutella, VW oder seinem Lieblingsbier wird, lässt dies mit einem Klick auch seine - durchschnittlich 130 - Freunde wissen.

In den vergangenen Jahren haben immer mehr Unternehmen das Potenzial der sozialen Netzwerke erkannt. Facebook hat mittlerweile 400 Millionen aktive Mitglieder. Wer als Unternehmen hier nicht präsent ist, bringt sich um eine hochaktive Zielgruppe. Mittlerweile haben mehr als 1,5 Millionen Unternehmen eine eigene Facebook-Seite, mehr als 20 Millionen Mitglieder werden täglich Fan einer Seite. Mit dem Aufbau einer Seite ist es für Unternehmen allerdings nicht getan - wer Marketing auf Facebook betreiben will, muss sich auf die Kommunikation der sozialen Medien einlassen. Diese erfolgt nicht einseitig vom Unternehmen zum Kunden, sondern beide kommunizieren gleichberechtigt, das Unternehmen muss sich auch Kritik gefallen lassen.

Der erste Schritt fälltoft schwer

"Dialog statt plumpe Werbung" heißt auch der Untertitel des Buches "Facebook - Marketing unter Freunden". Die Autoren, die Brüder Felix und Klaus Holzapfel, beraten in ihrer Agentur Conceptbakery mit Standorten in Köln und Denver Firmen bei ihrem Auftritt in den sozialen Medien und gelten als Experten im viralen Marketing.

"Unternehmen sind Gewohnheitstiere. Viele meinen, ein Auftritt in Facebook sei für ihre Branche nichts. Aber man kann heute nicht mehr sagen, ich brauche Facebook nicht. Dort sind einfach mittlerweile sehr viele Menschen", meint Felix Holzapfel. "Es gibt ganz wenige Bereiche, wo Facebook gar keinen Sinn hat - irgendeinen Ansatz gibt es für jedes Unternehmen. Facebook hatte 2010 eine sehr steile Wachstumskurve, 2011 wird sich das fortsetzen."

In ihrem Buch erklären die Brüder auch Facebook-Neulingen den Weg zu einer erfolgreichen Seite und erläutern Strategien für Kleinunternehmer und Konzerne, um virale Marketingprozesse in Gang zu setzen.

Im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" erklärt Holzapfel die drei wesentlichen Schritte: "Das Wichtigste ist, es einfach zu machen. Viele Unternehmen tun sich mit dem ersten Schritt schwer, danach lösen sich die Ängste - etwa vor Kritik durch unzufriedene Kunden - in Luft auf".

Der zweite Schritt ist ein gut gewählter Name für das Facebook-Profil: "Er sollte stringent und langlebig sein." Der Name des Profils kann im Nachhinein nämlich nicht mehr geändert werden. Er sollte klar den Unternehmensbereich beschreiben, allerdings auch offen genug, falls das Unternehmen in den nächsten Jahren andere Schwerpunkte setzt.

Ehrlichkeit kommtimmer an

Der dritte Schritt ist eine wesentliche Erkenntnis: Der Auftritt in Facebook ist zwar kostenlos, sollte aber mit finanziellem Einsatz begleitet werden. "Der Erfolg in Facebook kommt nicht von alleine. Es herrscht oft der Irrglaube, alle kommen zu mir und die Sache ist erledigt. Das erinnert an die Anfänge des Web 1.0, als viele dachten: Ich habe eine Homepage und einen Webshop, morgen kann die ganze Welt bei mir einkaufen. Theoretisch ja...". Praktisch muss auch der Facebook-Auftritt sorgfältig geplant und betreut werden: "Wenn man es macht, dann ganz oder gar nicht. Viele würden gerne duschen, ohne nass zu werden. Sie geben nach den ersten erfolglosen Gehversuchen auf, dabei haben sie nur den Aufwand unterschätzt."

Viele Unternehmen fürchten vor allem Kritik, die auf ihrer Seite gepostet werden könnte. Wie sollte man damit umgehen? "Es ist wie bei menschlichen Beziehungen, Ehrlichkeit kommt immer an. Nimmt man den Nutzer ernst, ist die Welt wieder in Ordnung - so können aus den stärksten Kritikern die größten Fans werden", erklärt Felix Holzapfel. "Es gibt außerdem die selbstreinigende Funktion der Community", wenn etwa ein Nutzer sich über ein Produkt beschwert, das nicht funktioniert, schreiben ihm zehn andere, dass es bei ihnen funktioniert und er es falsch bedient."

Felix und Klaus Holzapfel: Facebook - Marketing unter Freunden. Business Village, 248 Seiten, 30,70 Euro.




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Sachbuch

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