(wt) Der Blick in die Geschichte von Mensch und Kapital zeigt: Finanz- und Wirtschaftskrisen sind nichts Neues. Neu ist allerdings, dass die heutige globalisierte Welt der Finanzen- und Kapitalströme viel stärker als früher alle Staaten auf dem Globus engstens miteinander verknüpft - und zwar in Zeiten der Konjunktur wie der Rezession mit all seinen unterschiedlichen Auswirkungen. Die aktuelle Finanz- und Bankenkrise war der Antrieb der Spiegel-Journalisten Alexander Jung, Dietmar Pieper und Rainer Traub, gemeinsam mit Ökonomen und Historikern einen historisch-aktuellen Querschnitt über die Rolle von Kapital und Geld in der Geschichte zu verfassen - von der Finanzierung der Monarchien im Mittelalter durch Bankiersfamilien über die Entdeckung Amerikas bis zur industriellen Revolution und zu den großen Börsen- und Bankencrashs von heute. Was leider fehlt, ist ein Kapitel über den Euro. Insgesamt aber eine durchaus informative und leicht lesbare Lektüre.
Alexander Jung et al.: Geld macht Geschichte. Kriege, Krisen und die Herrschaft des Kapitals seit dem Mittelalter. DVA München 2010, 281 Seiten, 20,60 EUR.