
(was.-) Wer endlich wissen will, wieso ein Staat von der Wirtschaftskraft Deutschlands 1700 Milliarden Euro Schulden machen kann und dennoch nicht zusperren muss, dem wird geholfen. Kai A. Konrad, Politikberater und Direktor am Max Planck-Institut, und Holger Zschäpitz, Finanzredakteur der "Welt", erklären in einem fast genialen Buch die Geheimnisse der Staatsschulden inklusive der griechischen.
Es gibt gute Gründe für Schulden, etwa den Bau einer Brücke, von der auch künftige Generationen profitieren. Der überwiegende Teil der Kreditfinanzierung wird freilich von Politikern aus kurzsichtigen Motiven betrieben, leider mit langfristigen Folgen. Wohin die Milliardenschulden am Ende kommen, lässt sich darstellen. Offen bleibt aber, was mit unserem neuesten Schuldenberg geschehen wird. Ob und wie er abgetragen wird, hängt von Prioritäten ab (also wieder von Politikern), vom Wirtschaftswachstum und etlichen anderen Faktoren.
Kai A. Konrad, Holger Zschäpitz: Schulden ohne Sühne? Verlag C.H.Beck, 240 Seiten, 20,50 Euro.