
(was.-) Die Europa-Expertin des "Kurier" und der jetzige Botschafter bei der OECD - zwei ausgewiesene Kämpfer für die europäische Sache - führen in dem Buch aus, was im Titel versprochen wird: eine europäische Chance, nicht mehr und weniger. Dass die Geschichte der EU eine Krisengeschichte ist und dass die Gemeinschaft in der Weltwirtschaftskrise wieder einmal nicht so gut dasteht, wie sie sollte, können die beiden Autoren nicht verheimlichen. Aber auch ihre Fortschritte müssen anerkannt werden - bis hin zum Reformvertrag von Lissabon.
Prominente Europäer wie Kommissionpräsident José Manuel Barroso wurden als Zeuge herbeigerufen. 15 Thesen für Europas Zukunft beginnen mit der scheinbar simpelsten: "Die EU darf die Veränderungen in der Welt nicht verschlafen." Die Autoren geben übrigens zu, dass konservative Politiker wie Merkel und Sarkozy die Rolle des Staates rascher wiederentdeckt haben als die Sozialdemokraten.
Margaretha Kopeinig, Wolfgang Petritsch: Die europäische Chance. Neustart nach der Krise. Kremayr & Scheriau, 222 Seiten, 21,90 .