Und so sehen wir vor unserem inneren Auge die vom Autor mit unsentimentalischer Anteilnahme beschriebenen, so kurzen wie prägnanten Porträts etwa eines alten, tauben Klavierspielers, eines von Resignation erfüllten Kunstmalers, einer einfältigen, überlebenswilligen Bürohilfskraft namens Irma, oder von Tanti Rosi, die daran starb, dass sie von Herzen gern üppig aß, sich aber für ihren Ehemann - der Steuermann bei der DDSG war - zweimal jährlich auf die Figur eines unterernährten Mannequins hinunterhungern musste.
Richard Kovaceviv: Die Frage im Raum und andere Merkwürdigkeiten. Lynkeus Verlag, Wien 2010, 182 Seiten.