Anton Kuh (1890-1941) gilt in der Geschichte des Wiener Feuilletonismus meist als Prototyp des "Kaffeehausliteraten": Geist-reich, gewiss, aber eher ein lustiger Plauderer als ein ernstzunehmender Schriftsteller.
Dieses gemütliche Zerrbild wird von Walter Schüblers neuer Kuh-Edition nachhaltig korrigiert: Hier wird eine Reihe meist unbekannter Texte vorgestellt, und Kuh zeigt sich als scharfer, polemischer Kopf, der sich mit der rechten Volkstümelei ebenso anlegte wie mit der linken Parteidisziplin. Auch seine Mit-Intellektuellen durchschaute er genauer, als ihnen lieb war, und so schuf er sich allseits Feinde.
Schüblers neue Edition öffnet die Augen für die kritischen Qualitäten dieses meist wohlwollend unterschätzten Polemikers.
Am 23. 2. um 18.30 Uhr liest Peter Matić im Wien Museum, Karlsplatz, Texte von Anton Kuh. Eintritt: 10,-Euro.
Anton Kuh: Jetzt können wir schlafen gehen! Zwischen Wien und Berlin. Herausgegeben und kommentiert von Walter Schübler. Metroverlag, Wien 2012, 237 Seiten, 19,90 Euro.