Eindrucksvoll schildert sie das Leben einer Bergbauernfamilie im Jura, beschreibt, wie eine Gemeinde im Hochgebirge mit der zunehmenden Bedrohung durch den Klimawandel umgeht, und erzählt von den Eigenheiten dreier Brüder in einem abgelegenen Bergdorf.
Mit offenem Blick und nur gelegentlich der Verklärung erliegend, zeigt Melanie Mühl, wie nah im alpinen Milieu Faszination und Fremdheit, Schönheit und Gefahr beieinander liegen. Dass es sich um bereits veröffentlichte Texte handelt, ändert nichts an der - auch sprachlichen - Qualität dieser Reportagen. Schade nur, dass sich die Autorin fast ausschließlich in der Schweiz umgesehen hat. Vielleicht waren ihr die Berge in Österreich nicht hoch genug.
Melanie Mühl: Menschen am Berg. Nagel & Kimche, Zürich 2010, 123 Seiten, 15,40 Euro.