
(wt) Erdöl ist und bleibt ein entscheidender Machtfaktor und auch ein blutiges Geschäft, konstatiert der Journalist des "New York Times Magazine" Peter Maass treffend. Jahrelang hat er dafür in den ölproduzierenden Ländern der Erde stichhaltige Beweise zusammengetragen, die unter anderem den "Ressourcenfluch" beleuchten: Es ist jenes Paradox, dass rohstoffreiche Förderstaaten vor allem in der sogenannten Dritten Welt nur allzu oft weniger Wirtschaftswachstum und politischen Fortschritt verzeichnen als rohstoffarme. Die Geschichte des Erdöls ist sowohl Segen wie Fluch jener Gier nach dem "schwarzen Gold", die Industriestaaten und Konzerne antreibt, Menschenrechtsverletzungen, Umweltverschmutzung, Gewalt und soziales Elend zu ignorieren. Der Ölverbrauch muss zugunsten eines verstärkten Einsatzes erneuerbarer Energien so stark reduziert werden, damit nicht neuerlich um des Öls willen Kriege geführt werden. Ein kluges Buch.
Peter Maass: Öl - Das blutige Geschäft. Droemer Verlag, 352 Seiten, 20,60 Euro.