
(lies) Mehr als die Hälfte der Lawinenopfer ist gut ausgebildet. Die meisten Lawinentoten sind männlich. Ein Viertel der Unfälle betrifft Alleingänger. Die Bergekosten samt Hubschrauber betragen 20.000 Euro. Das Leid, das ein Lawinenunglück bei Familienangehörigen auslöst, ist nicht messbar. Selbstüberschätzung, Adrenalinrausch, schlechte Ausrüstung und mangelnde Kenntnisse über Gefahren sind wohl die häufigsten Todesursachen auf dem glitzernden Höhenzug. Im Praxis-Handbuch von Mair und Nairz lernen wir von fatalen Fehlern von Bergsportlern, die es nicht mehr aus eigener Kraft ins sichere Tal geschafft haben. Zu hoffen bleibt, dass flausige "Freerider", Snowboardjunkies und andere, die sich abseits gesicherter Pisten ins Vergnügen stürzen, die Ratschläge der Lawinenwarner befolgen. Mehr Mut zum Risikoverzicht würde Anverwandten, die bang auf die Rückkehr ihrer Lieben warten und der Heerschar von Lebensrettern, helfen.
Rudi Mair, Patrick Nairz: Lawine: Gefahrenmuster erkennen. Tyrolia Verlag, 208 Seiten, 27,95 Euro.