Es ist ein seltsamer Liebesreigen, den uns der 1973 geborene Amerikaner Benjamin Markovits hier präsentiert: Vier Geschichten, jede einer Jahreszeit zugeordnet, die allesamt im Umfeld einer Privatschule in Manhattan angesiedelt und ebenso dezent wie kunstvoll miteinander verwoben sind. Sie erzählen von der Liebe als Flucht, von Beziehungen als Machtspielen und von familiären Bindungen, die im Hintergrund lauern und die Liebe zusätzlich verkomplizieren. Markovits ist ein Meister der leisen Andeutungen, der feinsinnige Psychologie und eine unaufdringlich-elegante Sprache zu verbinden versteht. Mit scheinbar leichter Hand seziert er das vielschichtige Innenleben seiner Figuren, zeigt sie zwischen Aufbruch und Verharren und führt uns in der abschließenden Geschichte von Rachel auf bewegende Weise vor, dass nicht einmal der Tod der Liebe beizukommen vermag.
Benjamin Markovits: Manhattan Love Story. Roman. Aus dem Englischen von Christa Krüger. Insel, Frankfurt/M. 2009, 276 S., 20,40 Euro.