Nach dem Bürgerkrieg schleppt sich die Irin Eliza Mooney auf der Suche nach ihrem Bruder wie betäubt durch die Vereinigten Staaten. Um sie herum nur Elend und Tod. Die Lieder ihrer Mutter begleiten sie. Eliza liebt Geschichten, weil sie geradlinig verlaufen, anders als das Leben - und anders, als der irische Schriftsteller Joseph O´Connor seinen neuesten Roman erzählt.
"Wo die Helden schlafen" ist ein großartiges, in Sprache und Inhalt gewaltiges, aber ob seines experimentellen Charakters auch schwieriges Werk. Man muss sich die vielen Schichten, die historischen Zusammenhänge und Lebensläufe der zahlreichen Charaktere durch das Stimmengewirr und die vielen, teils pseudo-authentischen Zusatzelemente wie Balladentexte, Plakate und Briefe geradezu erarbeiten. Helden gibt es in diesem Anti-Kriegs-Epos übrigens keine. Stattdessen eine dramatische Liebesgeschichte und noch vieles mehr.
Joseph O´Connor: Wo die Helden schlafen. Roman. Aus dem Englischen von M. Allié und G. Kempf-Allié. S. Fischer, Frankfurt/Main 2009, 558 Seiten, 23,60 Euro.