
(was.-)Zumeist ist es harmlos. Man predigt grün und sprayt dennoch mit schwerem Nervengift gegen Gelsen herum. Mit einigen Steigerungsstufen lässt sich daraus eine Persönlichkeitsspaltung konstruieren. Oder zumindest eine "dissoziative Identitätsstörung". Sie kann einen Menschen wie Robert B. Oxnam - einen Dauerkunden von amerikanischen Psychiatern und Entwöhnungskliniken - völlig zerlegen. Der herzensgute Mensch erleidet Wutanfälle und merkt es nicht einmal. "Ich befand mich in einer merkwürdigen Zwischenwelt. Nach außen wurde ich höchsten beruflichen Anforderungen gerecht (...) Mechanisch bewältigte ich meinen Alltag, während ich gleichzeitig völlig durcheinander war." Das ist schlimm, wenn man als Ostasienexperte Georg Bush sen. beraten soll. Die "multiple Persönlichkeit" Oxnam hat über den Leidensweg ein Buch geschrieben, das vielleicht jenen zusagt, die sich ernsthaft mit dem Phänomen der Identitätsstörung befassen wollen oder als Betroffene befassen müssen. Warum die Selbstbespiegelung gleich ein "Erfolgsbuch" wurde, ist unerfindlich. Es sei denn, unsere Zeit wäre insgesamt der Patient.
Robert B. Oxnam: Ich bin Robert, Wanda und Bobby. Aus dem Amerikanischen von Gabriele Köhler. Patmos Verlag, 264 Seiten, 20,50 Euro.