
(ski) Anton Pelinka zählt seit Jahrzehnten zu den besonders wachen Beobachtern des politischen Geschehens in Österreich. Der langjährige Professor für Politikwissenschaft an der Uni Innsbruck (1975-2006) serviert in seiner politischen Autobiografie "Nach der Windstille" zunächst die 20 Kapitel seines Bandes "Windstille" von 1985 und setzt dann seine Betrachtungen bis in die Gegenwart fort. Der Titel "Windstille" war, so Pelinka, schon 1986 überholt, brachte doch dieses Jahr "das Ende der Illusionen", Österreich könne als Insel der Sozialpartnerschaft und Neutralität die Weltprobleme vergessen. Politik und Kirche erfuhren große Veränderungen, den damit verbundenen Namen Waldheim, Groer und Haider widmet Pelinka eigene Kapitel. Heute sieht er Österreichs Zukunft in Europa und betrachtet die heimischen Politiker nur noch als wechselnde, nicht mehr den Ton angebende Figuren in einem alpenländischen Wetterhäuschen.
Anton Pelinka: Nach der Windstille. Eine politische Autobiografie. Lesethek Verlag, 240 Seiten, 21,90 Euro.