• vom 14.08.2009, 14:40 Uhr

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Update: 14.08.2009, 14:40 Uhr
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Auf der Durchreise

Peters, Christoph: Mitsukos Restaurant


Von Peter Mohr

Christoph Peters, der 1999 mit seinem damals preisgekrönten Roman "Stadt Land Fluß" debütierte, liebt die Gegensätze und arrangiert sie zu latenten Konkurrenzverhältnissen: Provinz gegen Großstadt, deutsche gegen japanische Lebensgewohnheiten, Wiener Schnitzel gegen das verwandte Tonkatsu (ein paniertes Kotelett aus der japanischen Küche); oder ein feinsinniger, aber erfolgloser Schauspieler gegen einen smarten Schönheitschirurgen und einen hemdsärmeligen Metzger.

Der Schauspieler heißt Achim Wiese, ist Japan-Fan seit seiner Gymnasialzeit - und konkurriert mit den beiden anderen Männern um die Gunst der japanischen Köchin Mitsuko Nishida, die im rustikalen Vereinsheim der niederrheinischen Wanderfreunde Gurschebach nebst regionaler Hausmannskost auch lukullische Spezialitäten aus Fernost anbietet.

Autor Christoph Peters erzählt diesen Roman nicht nur mit augenzwinkerndem Humor und großer Liebe zum Detail, sondern auch mit fühlbarer Sympathie für seinen schwärmerischen Protagonisten Achim: diesem ist die japanische Haute Cuisine eine Art Fluchtpunkt, ein nach außen getragenes Zeichen von Lebensqualität. Der Rest seines Daseins ist ziemlich erbärmlich: Er hat keinen richtigen Job und logiert in einer Einzimmerwohnung mit nackter Glühbirne an der Decke. Eine provisorische Existenz, ein Leben wie auf einer ewigen Durchreise. Auch Achims Beziehung zur acht Jahre älteren Mitsuko nimmt nie richtig Fahrt auf. Dabei hat er sich reichlich Mühe gegeben, wollte ihr mit seinem angelesenen Halbwissen über japanische Kultur imponieren.

Die Crux an dem handwerklich perfekten Roman: Wer weder ein Faible für Japans Küche noch für japanische Kultur oder ostasiatische Philosophie hegt, kann dieses grell folkloristischen Reigens schnell überdrüssig werden.
Christoph Peters: Mitsukos Restaurant. Roman. Luchterhand Verlag, München 2009, 415 Seiten, 19,95 Euro.




Schlagwörter

Literarisches Buch

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