
(hutar) Automobile hatten einst erhebliche Schwierigkeiten, Berge zu bewältigen, bergauf ebenso wie bergab. Die Motoren hatten nur wenige PS unter der Haube, die Bremsen konnten versagen, die Straßen waren abenteuerlich. Das Auto bergtauglich zu machen, war die logische weitere Entwicklungsstufe. Höhepunkte waren dabei die Alpenfahrten, eine Idee aus Österreich. Die gesamte europäische Autoindustrie kam angefahren, präsentierte ihre Spitzenprodukte und holte sich Anregungen. So ist Rolls Royce nach einer Panne am Katschberg vom Dreigang- auf das Viergang-Getriebe umgestiegen. 1910 startete die erste österreichische Alpenfahrt über knapp 900 Kilometer, 1914 waren bereits fast 3000 Kilometer zu bewältigen. Unter den Fahrern: Ferdinand Porsche, Fritz Opel, August Horch und der spätere Kaiser Karl I. Die großen Alpenfahrten endeten mit der Massenmotorisierung und der Ölkrise nach 1970. Geblieben sind Oldtimerrallys wie die Ennstal-Classic. Der Autor schreibt für Leser, deren Interesse über oberflächliche Nostalgie weit hinausreicht. Die für Laien fast zu ausführliche, dafür vollständige Dokumentation prägt das Buch, es hat das Zeug zum Standardwerk.
Martin Pfundner: 100 Jahre Alpenfahrt, Böhlau Verlag, 253 Seiten, 45 Euro.