
(was.-) Zehn und ein halbes Kapitalverbrechen in einem kleinen, noch dazu reich bebildertes Buch unterzubringen hat einen großen Vorteil: Die Autorin - Gerichtssaalberichterstatterin der "Kleinen Zeitung" - verzichtet auf künstliche Dramatisierung und schreibt dennoch spannend. Sie trägt die Kernelemente der zumeist unfassbaren Verbrechen zusammen und schafft es sogar, auf gesellschaftspolitische Nebenwirkungen einzugehen. Die Fakten wurden sorgfältig gesichtet. Außer den im Buchtitel genannten Verbrechern treten auch die "Mordschwestern" von Lainz, die "Schwarze Witwe" Elfriede Blauensteiner, der Briefbombenattentäter Franz Fuchs und andere einschlägige Kriminelle auf. Unter allen Beispielen fällt lediglich der "Saliera"-Dieb als harmloses Kuriosum aus der Reihe, gewissermaßen zum Aufatmen zwischen so viel Unmenschlichkeit.
Österreich sei überaus reich an genialen, grausamen Tätern, schreibt Piringer. Kaum jemand nimmt sie als Außenseiter wahr, ehe sie gefasst werden.
Doris Piringer: Von Udo Proksch bis Josef F.. Prozesse, die Österreich bewegten. Molden Verlag, 184 Seiten, 19,95 Euro.