
(pb) Die Schönheit des bunten Federkleids von Vogelmännchen, die Attraktivität der Hirschgeweihe sowie der Gesang der männlichen Lerchen und das Rad der Pfauen sind nicht für Auge und Ohr des Menschen bestimmt. Schönheit verweist nicht nur in der Tierwelt, sondern auch bei den Menschen auf ein Potenzial, das für die sexuelle Selektion von entscheidender Bedeutung ist. Der Münchner Evolutionsbiologe Josef H. Reichholf macht die Suche nach den Kriterien der Schönheit und ihren biologischen Funktionen zum spannenden Leseabenteuer, wie schon in seinen früheren Büchern, für die er 2007 den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa erhielt. Der ehemalige Leiter der Wirbeltierabteilung der Staatssammlung München und Universitätslehrer geht auch der Frage auf den Grund, warum beim Menschen im Gegensatz zum Tierreich die Frau als das "schöne Geschlecht" gilt. Reichholf packt aber auch heiße Eisen an, wenn er etwa versucht, die Wurzeln des Rassismus offenzulegen.
Josef H. Reichholf: Der Ursprung der Schönheit. C.H. Beck, 318 Seiten, 20,60 Euro.