
(Wei) Ein zweiter Prinz Eugen war er sicher nicht, obwohl er 1915 nach dem Savoyer der zweite österreichische Militärbefehlshaber war, der Belgrad eroberte. Das bezweifelt schon der Autor im Buchtitel. Aber der letzte Armee-Oberkommandant der Donaumonarchie, dem die schwere Aufgabe zuteil wurde, 1918 die bewaffnete Macht des Vielvölkerstaates zu liquidieren, war zweifellos ein bedeutender Militär, der bis zum letzten Atemzug im Jahr 1924 treu kaiserlich gesinnt blieb. Otto von Habsburg attestiert es ihm in seinem Vorwort. Feldmarschall Kövess v. Kövesshàza war ein hervorragender Stratege und verantwortungsvoller Militärführer, der "unnötige Verluste für ein Verbrechen hielt". Der Autor legt nach Bearbeitung des Nachlasses und der Korrespondenz des Feldmarschalls sowie umfangreichen Recherchen im Kriegsarchiv eine exakt gearbeitete, detailreiche Biographie vor, in der er die militärischen Operationen der k. u. k. Armee und der deutschen Armeeführung auch durchaus kritisch beleuchtet.
Georg Reichlin-Meldegg: Des Kaisers Prinz Eugen? Feldmarschall Hermann Baron Kövess v. Kövesshága. Ares Verlag, 285 Seiten, 29,90 Euro.