
(Wei) Die deutsche Geschichtsforschung und -schreibung über den Widerstand gegen das NS-Regime und seine diabolischen Führergestalt war lange Zeit auf das Attentat vom 20. Juli1944 und den Kreis um Sophie und Hans Scholl ("Die weiße Rose") fokussiert. Die zahlreichen anderen Widerstandsgruppen, vor allem aber der weibliche Anteil an der Widerstandsbewegung, wurden totgeschwiegen.
Die renommierte Historikerin Martha Schad hat in ihrem Buch, das nun für eine Neuausgabe aktualisiert und überarbeitet wurde, einigen mutigen Widerstandskämpferinnen ein literarisches Denkmal gesetzt. Diese Frauen, die unter Einsatz ihres Lebens den Naziterror bekämpften, kamen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Schichten und politischen Lagern. Eines war ihnen jedoch gemeinsam: ihre Zivilcourage. Die Autorin zeichnet in ihrem berührenden, mit betont kühler Sachlichkeit geschriebenen Buch die Lebens- und Leidenswege ihrer "Heldinnen" exakt und zitatenreich nach.
Martha Schad: Frauen gegen Hitler. Vergessene Widerstandskämpferinnen im Nationalsozialismus. Herbig Verlag, 270 Seiten, 20,60 Euro.