
(ski) Die "Liege der Lust" (Freuds Couch) gehört ebenso dazu wie die "Wiege der Menschheit" (Rift Valley, Kenia), "Nietzsches trautes Dörflein" (Röcken bei Leipzig) oder "die Weltverbesserungsanstalt" (Summerhill School, England). Ein neues Buch präsentiert in 76 Reportagen "Mekkas der Moderne", die ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung wegen Wallfahrtsorte der Wissensgesellschaft geworden sind. Die Auswahl ist eigenwillig, der Informationsgehalt der von dutzenden Autoren stammenden Beiträge unterschiedlich. Immerhin: Man erfährt unter anderem, dass nicht Apple, sondern Hewlett-Packard in einer Garage begonnen hat oder dass eine ihr nachgewiesene Suchanfrage bei Google ("Wie begeht man einen Mord?") zur Verurteilung einer des Mordes Angeklagten führte. Auch Österreich kommt in drei Kapiteln zu Ehren: eben zu Freuds Couch (die freilich in London gelandet ist), über das Grazer Kriminalmuseum und über die Bienenforschung des Zoologen Karl von Frisch am Wolfgangsee.
Hilmar Schmundt, Milos Vec, Hildegard Westphal (Hg.): Mekkas der Moderne. Pilgerstätten der Wissensgesellschaft. Böhlau Verlag, 422 Seiten, 25,60 Euro.